Bürokommunikation
Richtig kommunizieren
C1, Professionalität, Normen, siezen
Worauf muss man in Deutschland achten, wenn man sich im beruflichen Umfeld aufhält? Welche Kommunikationsregeln gibt es und welche ungeschriebenen No-Go‘s sollte man kennen?
Zuallererst sollte man natürlich die verschiedenen Abteilungen der jeweiligen Firma kennen: die Logistik, den Ein- und Verkauf, das Marketing, die Buchhaltung usw. Neben den Abteilungen gilt es auch, sich einen guten Überblick über die Produktpalette zu verschaffen. Welche Produkte vertreibt die Firma, in welche Absatzmärkte und an welche Kunden? Stichwort Kunden: Der Kunde ist König lautet ein altbewährtes Sprichwort. Das bedeutet nicht, dass sich ein*e KundIn alles erlauben kann, aber es bedeutet für die MitarbeiterInnen, sich an die geltenden Kommunikationsregeln zu halten und dabei der Unternehmensphilosophie zu folgen. Wird ein Sie erwartet oder ist das Du bereits Gang und Gäbe? Findet die Kommunikation eher schriftlich oder telefonisch statt? Handelt es sich um langjährige KundInnen oder um NeukundInnen? Das alles sind Aspekte, die es bei der Wahl der Kommunikation zu berücksichtigen gilt, wobei die anderen KollegInnen da sicherlich als Orientierung dienen können.
Es gibt leider keine pauschale Erfolgsstrategie, die einen vor Fehlern rettet, aber selbstverständlich ein paar Anhaltspunkte, die unabhängig von Firma und Branche helfen können. In Deutschland empfiehlt es sich, solange nicht explizit auf die Du-Kultur hingewiesen wird, neuen KollegInnen und KundInnen mit einer gewissen Distanz gegenüberzutreten, sodass diese dann selbst entscheiden können, wie viel „Nähe“ sie zulassen möchten. Für den Emailverkehr gilt dasselbe: höfliche Grußformeln wie Sehr geehrte*r und Mit freundlichen Grüßen helfen am Anfang, nicht direkt ins Fettnäpfchen zu treten.
Ein weiterer, wichtiger Aspekt in Deutschland ist die Trennung von beruflichem und privatem. Anders als in einigen Nachbarländern von Deutschland ist gerade zu Beginn Vorsicht geboten und es sollte sich langsam herangetastet werden, wie viel Privates in der jeweiligen Firma und mit den jeweiligen KollegInnen erwünscht und gängig ist.