Sea-Watch e.V.
Eine Hilfsorganisation
C1, Geflüchtete, Krise, retten
Sea-Watch e.V. ist eine gemeinnützige Initiative, die sich zur Mission gesetzt hat, in Seenot geratene Flüchtlinge im zentralen Mittelmeer zu retten. Ende 2014 gründete sich der Verein aus einer Bürgerinitiative heraus und bereits im Juni 2015 verließ das erste Rettungsschiff von Sea-Watch e.V. den Hafen von Lampedusa in Richtung lybische Küste. Auf See sollte es Boote ausfindig machen, die geflüchtete Menschen an Bord haben. Das übergeordnete Ziel, neben der akuten Seenotrettung, war und ist es auch heute noch, staatliche Behörden endlich dazu zu bewegen, in diese humanitäre Katastrophe einzugreifen und sichere Einreisewege in die Europäische Union zu ermöglichen. Die Organisation Sea-Watch e.V. sollte also nur eine vorübergehende Lösung sein.
In den ersten 5 Jahren hat die Initiative rund 40.000 Menschen gerettet und 700 AktivistInnen für sich gewonnen, die sich tagtäglich auf verschiedene Art und Weise für die Rettung geflüchteter Menschen im Mittelmeer einsetzen. Einige melden sich als Crewmitglieder und fahren gemeinsam mit einem ausgewählten Team auf See, um vor Ort Hilfe zu leisten. Andere arbeiten an Land mit und sind im Bereich Marketing und Fundraising tätig, denn Sea-Watch e.V. finanziert sich ausschließlich durch Spenden.
Bis 2020 hatte Sea-Watch e.V. bereits 4 Schiffe und 2 Flugzeuge zur Seenotrettung in den Einsatz geschickt. Nachdem die Sea Watch 2 zeitweise an ihre Kapazitätsgrenze stieß und die Besatzung selbst damit an ihre Belastungsgrenze, hat sich Sea-Watch e.V. dazu entschieden, weitere, größere Schiffe zu erstehen, was nur dank weiterer Kooperationen mit und Unterstützung von anderen Organisationen möglich war.
Auf der Sea Watch 4 waren 2020 auch erstmals Freiwillige von Ärzte ohne Grenzen, einer unabhängigen Organisation, die in Kriegs- und Krisengebieten medizinische Nothilfe für alle Opfer, ungeachtet von Herkunft, Hautfarbe, religiöser und politischer Überzeugung, leistet.
Seabirds nennen sich die Luftaufklärungsflugzeuge von Sea-Watch e.V., die seit 2017 Menschenrechtsverletzungen auf dem Mittelmeer dokumentieren und den Rettungsschiffen Notfälle melden.